Ideen, Anregungen und Textauszüge aus meinem Buch: In die Weite sehen

Einsamkeit

Ein Gefühl das jeder von uns kennt, doch nicht gerne darüber spricht. Man meint, wenn man zugibt einsam zu sein, würde man als „Looser“ als Versager erscheinen. Es ist das Gefühl, dass man als Kind auf dem Schulhof hatte, wenn alle ins Fußballteam gewählt worden sind, nur du nicht. Wenn alle zu einer Party außer dir eingeladen wurden. Wenn du im Pausenhof alleine in einer Ecke stehst. Oder wenn du das bei einem anderen gesehen hast und nie so sein wolltest. Dazu zu gehören, verbunden sein mit anderen Menschen, gemocht, geliebt zu sein, Bedeutung zu haben, das sind Bedürfnisse, die uns allen gemein sind. Einsamkeit ist das Gefühl nicht in Gemeinschaft zu sein.

Doch es gibt auch das Gefühl der Einsamkeit, wenn man sich in Mitten von Menschen befindet. Da spürt man die fehlende Verbundenheit. Einsamkeit hat meistens mehr etwas mit mir selbst zu tun. Wie bin ich mit mir selbst verbunden?

Ich kann mich einsam fühlen, obwohl

  • ich in einer Beziehung lebe

  • ich eine große Familie habe

  • ich Kinder habe

  • ich Freunde habe

  • ich einen Beruf habe

  • ich jung und attraktiv bin

Zu unterscheiden ist :

1. Allein sein

Manchmal ist es nötig allein zu sein. Manche Menschen brauchen es mehr, andere weniger. Aber es ist immer die Möglichkeit aufzutanken.

2. Singel sein

Auch das wird unterschiedlich empfunden. Manche genießen ihre Freiheit, andere fühlen sich dadurch sozial ausgegrenzt.

3. Einsam sein

Hier lassen sich drei Phasen der Einsamkeit

unterscheiden:

  1. Die momentane, vorübergehende Einsamkeit

    Diese hängt von momentanen Lebensumständen ab. Zum Beispiel Umzug, Verlust der Arbeit, Krankheit, Corona, Quarantäne, Auszug der Kinder. Durch solche Ereignisse fehlt der Kontakt zu vertrauten Menschen. Es ist meistens nur ein Phase der Umorientierung und vorübergehend.

  1. Der langsame Rückzug
    Die Einsamkeitsgefühle werden mehr und häufiger. Es verändert sich die Fähigkeit zur Kontaktaufnahme. Smal talk wird zur Qual. Mistrauen gegenüber der Umwelt wächst.

Hier sollte abgeklärt werden, ob sich eine depressive Periode ankündigt oder schon eingetreten ist.

  1. Die chronische Einsamkeit

    Diese Einsamkeit ist zum Dauerbegleiter geworden. Kontakte gibt es kaum noch. Es findet kaum noch Austausch statt. Entweder mit einem Gefühl der Wertlosigkeit oder der Überheblichkeit: die Welt will nichst von mir und ich will nichts von der Welt Man ist reizbar, mürrisch, versteinert und will nur in Ruhe gelassen werden.

    Auch hier ist der Verdacht auf Depression gegeben und es sollte sich professionelle Hilfe geholt werden.

Welche inneren Einstellungen und Glaubenssätze sind für Einsamkeitsgefühle verantwortlich?

  • Zu meinen, nicht liebenswert zu sein, mangelndes Selbstvertrauen

  • Angst vor Ablehnung

  • der Glaube einen Partner zu brauchen, alleine nicht lebensfähig zu sein

  • mangelnde Eigeninitiative

  • wenig Kreativität

  • wenig Optimismus

  • mangelnde Selbstreflexion

  • fehlendes Vertrauen in sich und die anderen

  • Empathie, die Fähigkeit sich in andere hineinzuversetzen

Was kann helfen?

  • Sich selber anzunehmen und so akzeptieren wie man ist, mit allen Fehlern, Schwächen und Talenten

  • Toleranz: seine eigenen Schwächen und die der anderen akzeptieren

  • die Überzeugung wertvoll zu sein und anderen etwas geben zu können

  • mit Ablehnung umzugehen

  • nicht von den Wertungen der anderen abhängig zu sein

  • sich selbst genug zu sein

  • sich nicht mit anderen vergleichen

  • das Glas halbvoll und nicht halb leer zu sehen

Konkrete Tipps gegen Einsamkeit:

  1. Behandeln Sie sich liebevoll wie einen guten Freund:

    Verwöhnen Sie sich! Gönnen Sie sich ein gutes Essen, das Sie nur für sich selbst kochen. Decken Sie den Tisch liebevoll. Kaufen Sie sich einen Blumenstrauß. Nehmen Sie das gute Service und zünden Sie sich eine Kerze an. Machen Sie einen Spaziergang alleine und besuchen Sie eine schöne, einsame Stelle im Wald, Park oder am Wasser. Gestalten Sie Ihre Wohnung so, dass Sie sich wirklich wohl fühlen. Kleiden Sie sich mit Ihren besten Sachen, so dass Sie sich wohl fühlen und sich attraktiv finden. Lächeln Sie Ihem Spiegelbild zu.

    Zeigen Sie sich selbst, dass Sie es wert sind . Definieren Sie was Genuß und Freude für Sie bedeutet.

  1. Nehmen Sie Kontakt zu anderen Menschen auf:
    Erwarten Sie von sich dabei keine "hochgeistigen" Gespräche, denn sonst nehmen Sie erst gar keinen Kontakt zu anderen auf. Beginnen Sie, über Alltägliches zu reden: das Wetter, Fernsehprogramm, einen Zeitschriftenartikel, den Sie gelesen haben. Interessieren Sie sich für den anderen und erzählen Sie auch etwas von sich. Hierdurch bleiben Sie in Übung und haben den Eindruck, dazuzugehören.

 

  1. Schrauben Sie Ihre Erwartungen runter:
    nicht ein einzelner Mensch wird alle Ihre Erwartungen und Bedürfnisse erfüllen. Mit dem einen können Sie vielleicht über die Kinder reden, mit dem anderen gut Spaziergänge machen.

  2. Überlegen Sie sich, was Sie der Welt zu geben haben. Was sind Ihre Fähigkeiten, was macht Ihnen Freude für andere zu tun?

  3. Suchen Sie sich einen Sinn für Ihr Leben, eine Aufgabe wie etwa eine ehrenamtliche Betätigung. Wenn Sie sich eine Aufgabe geben, werden Sie hierdurch Kontakt finden und sich auch wichtig fühlen. Ihr Leben bekommt eine Perspektive.

  4. Springen Sie über Ihren Schatten und verlassen Sie Ihre Komfortzone. Seien Sie mutig und probieren etwas Neues.

     

    Einsamkeit ist eine Gefängniszelle, die sich nur von innen öffnen lässt!

5 Tipps für gute Gespräche

Ein gutes Gespräch zu führen ist immer eine Bereicherung. Dazu benötigen wir die Fähigkeit uns mit dem Gegenüber zu verbinden. Die Kunst ein gutes Gespräch führen zu können, ist manchen Menschen gegeben, andere müssen sich ein mehr bemühen.

Dazu hier ein paar Tipps:

 

 

1. Seien Sie ganz Sie selbst; seien Sie authentisch

 

Sie brauchen sich nicht anders zu geben, als Sie sind. So wie Sie sind, sind Sie richtig! Sie brauchen sich weder verstellen, noch sich dem Gegenüber anzupassen, oder ihm nach dem Mund reden. Was natürlich nicht bedeutet, dass Sie ohne Empathie und Diplomatie kommunizieren sollen.

 

2. Denken Sie positiv

 

Konzentrieren Sie sich auf den positiven Ausgang des Gesprächs und bringen Sie sich in eine positive Stimmung. Denken Sie an etwas Schönes (Urlaub, nette Menschen, Lob und Anerkennung). Denken Sie an Lösungen und nicht an Probleme. So prägen Sie von Anfang an die gute Stimmung.

 

3. Seien Sie mit Ihrer ganzen Aufmerksamkeit bei Ihrem Gegenüber

 

Betrachten Sie Ihr Gegenüber urteilsfrei und wohlwollend. Spielen Sie nicht, sondern konzentrieren Sie sich ganz auf Ihr Gegenüber.

Versuchen Sie zu verstehen, was der andere sagen möchte. Im Zweifelsfall fragen Sie nach.

Fühlen Sie sich in den anderen ein, ermuntern Sie ihn zu sprechen, bauen Sie eine Brücke. Blicken Sie freundlich ins Gesicht, lächeln Sie. Gehen Sie in Resonanz. Achten Sie auf Ihre Körpersprache. Wenden Sie sich dem Gegenüber zu, verschränken Sie nicht Ihre Arme.

 

 

4.Lassen Sie Ihr Gegenüber ausreden, üben Sie sich in Geduld

 

Manchmal weiß man, oder meint zu wissen,  worauf der Gesprächspartner hinaus will, was er sagen möchte. Das berechtigt jedoch nicht zu unterbrechen. Vielleicht will er etwas Anderes, Neues sagen. Auch wenn ein anderer Standpunkt als der Ihre vertreten wird, seien Sie tolerant und seien Sie geduldig!

Manche Menschen möchten nur von sich erzählen und vergleichen jede Aussage mit dem eigenen Erleben. („Ich war gerade beim Zahnarzt.“ Ja, ich war auch letzte Woche beim Zahnarzt und …“). Indem man signalisiert, dass man das angesprochene Thema kennt, kann eine Verbindung hergestellt werden. Man kann damit sein Mitgefühl ausdrücken.

Doch meistens geht es hierbei nicht um Empathie und Interesse am anderen, sondern nur um das Bedürfnis von sich zu berichten.

Das kann ein unterschwelliger Kampf um Aufmerksamkeit und Redezeit sein.

 

 

5. Vorsicht mit Monologen

 

Vielleicht haben Sie in diesem Zusammenhang schon einmal etwas von der 50-zu-50-Regel gehört. Sie besagt, dass jedem Gesprächspartner ungefähr die gleiche Redezeit zugestanden wird. Eine Ausnahme bilden jene Menschen, die sich selber gerne reden hören und das Gegenüber mit ausufernden Monologen langweilen. Achten Sie im Gespräch darauf, dass jeder zu seinem Recht kommt und seine Gedanken darstellen kann! In solch einem Fall kann es ausnahmsweise einmal nötig sein, den Redefluss freundlich zu unterbrechen. (Zum Beispiel: „Warten Sie mal kurz! Ehe ich es vergesse… Dazu fällt mir folgendes ein…“)